Nelly Däs    Richard-Wagner-Str. 36    71332 Waiblingen    e-mail: Nelly.Daes@gmx.de

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Laßt die Jugend sprechen

Nelly Däs stellt in diesem Buch exemplarisch Erfahrungsberichte von jugendlichen Aussiedlern zusammen. Sie schildern eindrücklich, wie sie ihre "neue" Heimat empfinden. 

Eckhard Scheld

Däs, Nelly (Hrsg.), Laßt die Jugend berichten, Georg-Bitter-Verlag, 157 Seiten,  Recklinghausen 1994  ISBN 3 - 7903-0520-0

Seit Juni 1994 liegt ein Sammelband mit exemplarischen Erfahrungsberichten jugendlicher Aussiedler aus Rußland vor. In einem Aufruf in der Heimatzeitung „Volk auf dem Weg" forderte die Schriftstellerin Nelly Däs rußlanddeutsche Jugendliche auf, ihr Schicksal aufzuschreiben, über das einschneidende Erlebnis der Ausreise nachzudenken. Unter den zahlreichen eingegangenen Zuschriften aus der ganzen Bundesrepublik wählte die rußlanddeutsche Schriftstellerin die besten 17 Beiträge aus und bearbeitete sie behutsam. Dieses Buch bietet besonders den rußlanddeutschen Jugendlichen die  Möglichkeit, zu ihrer eigenen Identität zu finden; es kann sie dazu anregen, sie von ihrem Leben sprechen zu lassen, um damit auch den Jugendlichen und Erwachsenen, die in Deutschland aufgewachsen sind, das  Schicksal dieser Volksgruppe nahezubringen und Verständnis für diese Menschen aufzubringen. „Die Landsmannschaft hat sich strikt an den  Titel des Buches gehalten und die Jugend selbst da offen sprechen  lassen, wo die Mehrheit heute lieber schweigt." Es eignet sich daher auch besonders für den Einsatz in Schulen. Besonders eindrucksvoll  ist der Bericht von Waldemar Siebert, der die Verschleppung seiner  Familie nach Kasachstan im Jahre 1941 aufarbeitet. Unter die Haut geht die Geschichte von Andrej Messel, dessen Vater kurz vor der Aussiedlung  durch einen Raubmord ums Leben kam.  ... Das Buch verfolgt m. E. zwei Anliegen, zunächst versucht es, diesen Jugendlichen ihre Identität zu geben. Es fordert geradezu dazu auf, andere rußlanddeutsche Jugendliche von ihrem Leben sprechen zu lassen, um damit auch den Jugendlichen und Erwachsenen, die in Deutschland aufgewachsen sind, das Schicksal dieser Volksgruppe nahezubringen und Verständnis für diese Menschen aufzubringen.

Eckhard Scheld / Dezember 1994

Einige wenige Exemplare sind noch über die Autorin zu bekommen.

Vergriffen? In Bibliotheken ausleihen!

Mit Timofej durch die Taiga

Der 11jährige Eugen flieht 1943 aus dem Waisenhaus und sucht seine Eltern. Eine Wildnisgeschichte, wie sie Jungen und Mädchen gleichermaßen schätzen: Lagerfeuer, Blockhütte, Jagdabenteuer, Begegnung mit Luchs, Wolf, Bär - und die Hauptsache: die Freundschaft mit dem alten Waldgänger.  Vergriffen!

Aljoscha - ein Junge aus Krivoj Rog

Das harte Leben des 13jährigen Aljoscha wird geschildert: der Vater oft arbeitslos, die Familie bitterarm. Aljoscha, der unter dem Einfluß einer Jugendbande gerät, beginnt zu stehlen - Nahrungsmittel, die ihn und seine Familie überleben lassen!

Besonders gut ist dieses Buch für die Klassen 5/6 geeignet. Das einleitende Kapitel ist sehr spannend und für Vorlesewettbewerbe erste Wahl. Vergriffen!

Eine rußlanddeutsche Familie erlebt seit Deutschland die Sowjetunion überfiel bis 1963 ein leidvolles Schicksal: Deportation, Hunger, Tod. Vergriffen!

Aber es gibt in diesem Buch kein "Feindbild ...weder Anklage noch Haß, noch irgendeine Schuldzuweisung greifen Platz" Gertrud Knopp-Rüb, Drobruscha-Bote

Leseprobe:     "Angstvoll verfolgten die Mütter diese Auslese. Olgas Sohn Ewald mußte auch stehen bleiben. "Die müssen ins Bergwerk", hieß es. Als Olga das hörte, lief sie gleich zum obersten Funktionär und protestierte: "Mein Sohn Ewald ist erst 14 Jahre alt!" "Welches ist Ihr Sohn?" "Der da", sie zeigte auf Ewald. "Was, der soll erst 14 Jahre alt sein? Das glauben Sie doch selbst nicht. Der ist doch groß und kräftig, der kann arbeiten." Olga warf sich dem Mann vor die Füße, doch der ging gleichgültig weiter. Ewald war bleich und voller Angst, er zitterte am ganzen Körper. Seine Mütze war verrutscht, das braune Haar schaute hervor. Der Mantel war ihm an den Ärmeln schon zu kurz. Den Schal fest um den Hals geschlungen, so stand er da und schaute seine Mutter mit großen Augen an. .. Aneinandergeklammert versuchten sie, ihrem Schicksal zu entgehen. Erschütternde Szenen spielten sich ab. Grausam wurden die Söhne von ihren Müttern gerissen, auf Lastwagen geladen und abtransportiert. Manche Mutter lief den Wagen nach, bis sie bewußtlos zusammenbrach. ...