Nelly Däs    Richard-Wagner-Str. 36    71332 Waiblingen    e-mail: Nelly.Daes@gmx.de

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Nelly Däs die bekannteste rußlanddeutsche Schriftstellerin. Ihr Engagement für die "Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland" war sehr groß. Sie ist Mitglied seit der Gründung 1950. 24 Jahre lang war sie im Vorstand der Ortsgruppe Stuttgart, 6 Jahre Vorsitzende, lange Zeit Kulturreferentin, 12 Jahre Vorsitzende der Ortsgruppe Waiblingen. 

In ihrer Heimatstadt Waiblingen engagierte sie sich sehr für die CDU und war einige Zeit Stadträtin. Sie erhielt viele Auszeichnungen: 

Bundesverdienstkreuz, Literaturpreis und die Goldene Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, Goldene Ehrennadel mit Eichenlaub des Deutschen Roten Kreuzes, Ehrennadeln der Deutschen aus Rußland.

Mehr davon unter Biographisches oder lesen Sie die sehr informative Laudatio anläßlich der Preisverleihung des Rußlanddeutschen Kulturpreises 1996 gehalten von Dr. Herbert Wiens

Schauen Sie auch in folgende Homepages hinein, besonders empfehlenswert ist die von Natalia Wilhelm, einer Gymnasiastin aus Hessen, die sie unter Anleitung von Studiendirektor Eckhard Scheld im Rahmen eines Schulprojektes erstellte:

http://www.wvo-dill.de/daes/startseite.html

Auch über die Schriftstellerin Gerlinde Göhringer, die Bücher über die Bessarabien-Deutschen veröffentlicht, kann man in folgender Homepage nachlesen: www.heimat-bessarabien.de

Oder werfen Sie einen Blick in die Homepage von

www.exil-club.de

und von Gerhart Walter

www.guewalter.de

Sehr lesenswert die Buchbesprechung von Viktor Bukowsky vom exil-club über "Alle Spuren sind verweht", die Sie hier (unter vielen anderen) Rezensionen nachlesen können.

Interessant sind die Verbindung der Rußlanddeutschen in die USA. Weitere Kontakt- und e-mail-Adressen und Homepages finden Sie unter Rußlanddeutsche

Chronistin der Deutschen aus Russland.

Auszug von Johann Warkentin
Geschichte der Russlanddeutschen Literatur
aus persönlicher Sicht.
Herausgebe: Landsmannschaft der Deutschen aus Russland.
Erschienen 1999

Als ich vor 50 Jahren nach Deutschland kam, war ich fünfzehn Jahre alt“, schrieb Nelly Däs 1994 in ihrem Vorwort zu dem Buch „Laßt die Jugend sprechen“.

Eine beneidenswert frühe Heimkehr, doch davor galt es eine abenteuerliche, lebensgefährliche Flucht zu bestehen. Dass sich die Familie nach Kriegsende dem Stalinschen Zugriff entzog, dass das junge Mädchen von Anfang an den trauten schwäbischen Klang im Ohr hatte, sich also sprachlich überhaupt nicht umstellen oder anpassen musste, waren weitere hochwichtige Glücksumstände. Aber ihr wurde nichts geschenkt. „Von da an stand ich immer unter ‘Beweiszwang‘, in der Berufsschule, in der Lehre, ja in meinem ganzen weiteren Leben.“

Nelly Däs hat sich bewiesen! Sie war nicht nur unsere Erste hier in Deutschland, sie ist bislang auch die mit Abstand Bekannteste geblieben. Ablesbar ist dieser hochverdienter Erfolg unter anderem an dem nach ihrem Roman „Das Mädchen von der Fähre“ gedrehten ZDF-Zweiteiler ersichtlich die Beliebtheit auch daraus, dass Frau Däs in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Male zu Lesungen in Schulen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen gerufen wurde und wird. Und wie sie liest, deckt sich glücklich mit ihrer Art und Weise zu schreiben — unverkrampft, quicklebendig, farbenfroh. Wer aber meint, sie fabuliere einfach drauflos und die guten Einfälle kämen ihr ganz von alleine zugeflogen, der lese ihre „Ratschläge für angehende Prosaiker“, veröffentlicht in dem Werkstattheft EINMALEINS DES SCHREIBENS, 1996/3. Wie viel genaue Planung und welch beharrlicher Fleiß verbergen sich hinter dieser Leichtigkeit. Hier einige Zeilen aus den Ratschlägen: „Schreiben bedeutet harte Arbeit, und wer sich davor scheut, der lasse es lieber….

Schreiben bedeutet Einsamkeit, bedeutet Wahrheit, Ausdauer, Kränkungen hinnehmen. - Schreiben ist ein hartes Brot, aber dann schmeckt es auch süß.“

Einprägsame Gestalten in dem oben erwähnten Roman, in der Großerzählung „Mit Timofej durch die Taiga“ und anderen Erzählungen (s. Anhang), doch am allerbesten gelingen der Autorin wohl die Vierbeiner. Und dies ist keineswegs abschätzig gemeint! Erstaunlich, wie viel lächelnde Menschenkenntnis sie in ihre Tiergeschichten hineinzupacken weiß, etwa in „Rex und der kleine Fuchs“ (s. Almanach WIR SELBST, 1996).

Die Erzählerin ist nie in Sibirien gewesen, und wir, die jetzt von dort kommen, sind nur allzu geneigt, uns an irgendwelchen Details in der Milieuschilderung festzubeißen. Schuld daran haben übrigens auch die recht eigenmächtigen Filmemacher. Das wäre ein Thema für sich... Aber halten wir das Wesentliche, das Entscheidende fest: Nelly Däs ist ein Leben lang der russlanddeutschen Thematik treu geblieben, und sie hat leidenschaftlicher und erfolgreicher als irgend wer für uns geworben.

Diesem moralischen und sozialen Auftrag wird auch der von ihr betreute Sammelband „Laßt die Jugend sprechen“ gerecht. Für einen Methusalem wie ich, der ja auch schon eine kleine Ewigkeit in Deutschland lebt, ist an diesen meist sehr freimütigen Erzählungen der Jugendlichen zweierlei ganz besonders spannend: Wie unsere Enkel, also jetzt schon die dritte Generation, die Vertreibung von 1941 und die langjährige Verteufelung in Sibirien und Kasachstan als Kleinkinder nacherlebt haben, und — für mich überraschend — was seit knapp zehn Jahren die hochgefeierte „Perestrojka“ an neuem Missgeschick und Leid heraufbeschwor.

Daß sowohl die Erinnerungen an drüben als auch insbesondere die hiesigen Erlebnisse und Bewertungen so unterschiedlich ausfallen, bezeugt ein hohes Maß an geistiger Unabhängigkeit. Zum Nach- und Mitdenken fordern einige Betrachtungen über Mischehen auf und auch darüber, warum wohl ein gutnachbarliches Nebeneinander verschiedener Nationalitäten, wie es mancherorts bestanden hatte, so katastrophal zerbrechen konnte. Unangemessen finde ich den Versuch einiger Beiträger, eindeutigem, ordinärem Alltagszoff ein hochpolitisches Mäntelchen umzuhängen. Da will eine junge Dame „durch die Hölle gegangen“ sein, weil sie sich bei der Scheidung nicht mit dem Liederjan einigen kann, wie die Klamotten aufzuteilen sind. Und noch einiges in dieser Richtung... Wie dem auch sei, der Grundtenor sämtlicher Lebensberichte klingt unüberhörbar durch — Deutschland ist unser seelisch es Zuhause! Rechnen wir also dieses Buch jener Fundgrube zu, aus der künftige Autoren Motive und Inspirationen für die dichterische Gestaltung unseres Schicksaisweges schöpfen werden!

Mit diesem Wunsch verbinden sich für mich einige konkrete Namen, nicht zuletzt auch dieser: „Lena Klassen“.